Montag, 27. August 2012

20.-26.08.12 Gefangen in Italien


Nach 7 Tagen Kroatien haben wir uns dazu entschieden, unsere kleine Europatour  weiter Richtung Gardasee fortzusetzen. Den geplanten Zwischenstopp auf dieser Route haben wir ausgelassen und waren nach guten 7 Std. Reise endlich am Ziel. Wir dachten, dass es in Kroatien schon heiß gewesen wäre, aber Italien hat dann mit 47°C nochmal alles getoppt. Dazu kamen dann noch die unverschämten Benzinpreise (der Liter Diesel für 1,78) und der erste Eindruck war futsch. Nachdem wir unseren Stellplatz in Sirmione (am Südufer des Sees) direkt am Gardasee bezogen, stellten wir fest, dass die öffentlichen Toiletten und kalten Außenduschen des Strandbads uns die nächsten 2 Tage begleiten sollten. Nicht so schön, aber die kalten Duschen hatte man ja eh bei der Hitze nötig, da die Brühe des Gardasee, zumindest in dieser Region, so gut wie keine Abkühlung darstellte. Was das Wasser angeht, sind wir von Kroatien ziemlich verwöhnt worden. Wir machten aber das Beste aus der Zeit und erkundeten das schöne Ferienörtchen mit dem Rad, bereiteten uns kulinarische Köstlichkeiten (siehe Bild) und gewöhnten uns langsam an die Hitze.

 
 



Nach 2 Tagen hatten wir die Nase voll von Löchern als Toiletten und kalten Duschen. Der Gardasee muss doch noch mehr zu bieten haben und so fuhren wir am Ostufer hinauf bis wir ins schuckelige Dörfchen Assenza di Brenzone kamen. Nachdem wir in den engen steilen italienischen Gassen fast steckengeblieben sind (das Navi sucht einem immer irgendwie die falsche Route raus) und dachten, dass wir da nie wieder wegkommen, war die Freude über den schönen Campingplatz umso größer. Mit dem Camping Punto verde haben wir endlich mal direkt ins Schwarze getroffen. Ein kleiner  Familienbetrieb, saubere Toiletten und Duschen, angrenzender Supermarkt und das beste zum Schluss, 50 Meter bis zum glasklaren und erfrischenden Wasser des schönen Gardasees. So ist Italien schon viel schöner. Der wenige Schatten der Olivenbäume reichte nicht ganz und so kam endlich auch das Sonnendach meines Vaters zum Einsatz. Obwohl die Sonne langsam hinter den Bergen verschwand, war von Abkühlung immer noch keine Rede. Trotzdem entschieden wir uns dazu an der Promenade entlang zu laufen und das tolle Panorama, das sich uns offenbarte, zu genießen. Und schon waren wir 2 Std. spazieren. Wir rundeten den tollen Abend mit einer fantastischen Pizza  und unglaublich leckeren Spaghetti Carbonara beim Italiener um die Ecke ab. Der nächste Tag stand im Zeichen der Entspannung. Nach einem ausgewogenen Frühstück mit frischen Brötchen, verbrachten wir ein paar Stunden am Strand und genossen den restlichen Nachmittag bei Eiskaffee und Keksen im Schatten unseres Sonnendachs. Frischgeduscht machten wir uns auf die Suche nach einem Geldautomaten und wie Gott will, fanden wir auf dem Weg dorthin 20€. Die wurden dann auch gleich im Supermarkt für Mitbringsel, Bier, Alster und frischen Salat auf den Kopf gehauen. Da wir an diesem Abend am Strand kochen und essen wollten, wurde der Salat kurzer Hand in der Tüte gemixt (wir haben  leider keine passende Schüssel dabei) und die bereits mit Gaskocher & Co bestückte Tasche über die Schulter geworfen. Erstens war unser Salat der Knaller, das Pilzrisotto alla Knorr super lecker und der Ausblick einfach unbezahlbar. Zurück am Bulli holten wir das Reisezielset raus und spielten wie jeden Abend eine Partie „Mensch ärgere dich nicht“ und Halma. Der Tag war rundum perfekt.

 
 
 
 
 
 

Etwas wehmütig verließen wir am darauffolgenden Mittag unser kleines Paradies schon wieder uns fragen uns mittlerweile warum wir so doof waren. Aber wir wollen ja noch ein bisschen mehr sehen. Die meisten von Euch wissen, dass wir beide passionierte Gucker der VOX-Serie „Goodbye Deutschland“ sind und so wissen wir, dass Didi und Hasi vor wenigen Jahren an den Gardasee ausgewandert sind und hier eine kleine Imbissbude haben. Samstags sind sie auf dem Wochenmarkt in Pacengo (Südostufer des Sees) zu finden und da uns unsere Route dort sowieso vorbeiführte, ließen wir es uns nicht nehmen, auf eine von Hasi´s berühmt berüchtigte Currywurst vorbeizuschauen. Parkplatz gefunden und immer der Nase nach. Oder auch nicht, da Björn eine verdächtige Pfütze unter dem Auto entdeckte. Er kroch unter den Bulli und ich hörte nur noch „NEIN“. Ich:„Was denn?“ Björn:“Die Dieselleitung leckt…“ Na toll, sowas können wir ja gar nicht gebrauchen. Aber Björn wusste genau was zutun ist und flickte die Leitung. Der Wochenmarkt kam näher und näher und plötzlich sah ich ihn, den roten Imbisswagen von Didi und Hasi. Ich muss schon sagen, ein bisschen aufgeregt war ich ja schon. Zuerst schlenderten wir an ihnen vorbei, doch als wir merkten, dass der Markt nicht sonderlich viel zu bieten hat, ging´s schnurstracks zurück zu den beiden. Das Doofe war nur, dass es erst 12:30Uhr war und weder Björn noch ich großen Appetit hatten. Wir bestellten eine Currywurst mit Brot, die wir uns dann teilten und Hasi, blickig wie sie ist, reichte und 2 Pommesgabeln dazu. Die beiden sind schon ein witziges Pärchen. 


Mit abgedichteter Kraftstoffleitung und langanhaltendem Currygeschmack im Mund führte uns das Navi zum Lago d´Iseo, in das kleine Örtchen Sulzano. Natürlich musste kurz vor dem Stellplatz mal wieder alles schief gehen was schief gehen konnte. Björn hielt an einer kleinen Kreuzung und der Bulli ging aus. Hä? Was´n nu los? Mist. Schnell wieder an und gleich wieder aus. Scheiße. An aus, an aus und wir beide kurz vor der Verzweiflung. Muss nun doch noch der ADAC gerufen werden? Bitte nicht. Aus dem Stand einen Berg mit gefühlten 20% Steigung zu erklimmen, dafür ist der kleine einfach nicht gemacht. Der Stellplatz war zum Glück nur noch den Berg runter und dort angekommen, konnten wir endlich wieder durchatmen. Dieses Ereignis hat uns jedoch den Rest gegeben. Björn ist quasi ausgeflippt und hat gesagt, dass er „die Scheiße hier satt“ hat und keinen Bock mehr auf Berge usw.. Wir haben uns also dazu entschlossen unseren Italienaufenthalt abzubrechen und woanders unser Glück zu suchen. Wir haben lange überlegt wie und wohin wir am besten fahren und uns schlussendlich dazu entschieden, die Schweiz zu durchqueren und den Bodensee zu unserem nächsten Ziel erkoren.

Die Schweizer sind ziemlich unverschämt. Es werden nur  Jahresvignetten  verkauft, auch wenn man an einem Tag die Schweiz durchfahren will. Unglaublich. Wir sind also nur einmal durch´s Land und haben dafür 55€ dagelassen (35€ Vignette + 20€ tanken). Nachdem wir den 17km langen St. Gotthard Tunnel hinter uns gelassen haben, wurde das Wetter zusehends schlechter. Die Wolkendecke wurde dichter und dichter und der Fahrtwind immer kühler. Na toll. Wir haben zwar die Berge hinter uns gelassen, das gute Wetter aber auch. Unsere Laune war/ist so im Keller, dass wir sogar überlegt haben nochmal zurückzufahren, wobei das aber auch Quatsch wäre. Wir bleiben jetzt in Dtl. und hoffen, dass das Wetter sich hier auch nochmal von seiner guten Seite zeigt. Die nächsten Tage verbringen wir in Süddeutschland und dann geht´s immer weiter Richtung Heimat.


2 Kommentare:

Toni hat gesagt…

Servus,
aber der Transforter muss ja auch hart schuften bei euch, da kann man so eine Verschnaufpause als Wagen gebrauchen. Bisher hat er ja tapfer durchgehalten. Seid froh das der Bulli nur eine undichte Spritleitung als Mittel zum Stillstand wählte.....es könnte auch eine undichte....Kopfdicht...besser nicht aussprechen :-) Ich würde ja gern noch mal ein Foto von Fred und seinem Drahtesel sehen, oder habt ihr diesen als zu riskant eingestuft?
Dann wünsch ich noch viel Spaß und genießt die restliche Tour.

Jani hat gesagt…

hallo toni, schön wie aufmerksam du unsere reise verfolgst. das freut uns! ;) das bild von fred und seinem drahtesel folgt im nächsten eintrag! ;)
lg vom bodensee, jani&björn