Nach 7 Tagen Kroatien haben wir uns dazu entschieden, unsere
kleine Europatour weiter Richtung
Gardasee fortzusetzen. Den geplanten Zwischenstopp auf dieser Route haben wir
ausgelassen und waren nach guten 7 Std. Reise endlich am Ziel. Wir dachten,
dass es in Kroatien schon heiß gewesen wäre, aber Italien hat dann mit 47°C
nochmal alles getoppt. Dazu kamen dann noch die unverschämten Benzinpreise (der
Liter Diesel für 1,78) und der erste Eindruck war futsch. Nachdem wir unseren
Stellplatz in Sirmione (am Südufer des Sees) direkt am Gardasee bezogen,
stellten wir fest, dass die öffentlichen Toiletten und kalten Außenduschen des
Strandbads uns die nächsten 2 Tage begleiten sollten. Nicht so schön, aber die
kalten Duschen hatte man ja eh bei der Hitze nötig, da die Brühe des Gardasee,
zumindest in dieser Region, so gut wie keine Abkühlung darstellte. Was das
Wasser angeht, sind wir von Kroatien ziemlich verwöhnt worden. Wir machten aber
das Beste aus der Zeit und erkundeten das schöne Ferienörtchen mit dem Rad, bereiteten
uns kulinarische Köstlichkeiten (siehe Bild) und gewöhnten uns langsam an die
Hitze.
Nach 2 Tagen hatten wir die Nase voll von Löchern als
Toiletten und kalten Duschen. Der Gardasee muss doch noch mehr zu bieten haben
und so fuhren wir am Ostufer hinauf bis wir ins schuckelige Dörfchen Assenza di
Brenzone kamen. Nachdem wir in den engen steilen italienischen Gassen fast
steckengeblieben sind (das Navi sucht einem immer irgendwie die falsche Route
raus) und dachten, dass wir da nie wieder wegkommen, war die Freude über den
schönen Campingplatz umso größer. Mit dem Camping Punto verde haben wir endlich
mal direkt ins Schwarze getroffen. Ein kleiner
Familienbetrieb, saubere Toiletten und Duschen, angrenzender Supermarkt
und das beste zum Schluss, 50 Meter bis zum glasklaren und erfrischenden Wasser
des schönen Gardasees. So ist Italien schon viel schöner. Der wenige Schatten
der Olivenbäume reichte nicht ganz und so kam endlich auch das Sonnendach
meines Vaters zum Einsatz. Obwohl die Sonne langsam hinter den Bergen
verschwand, war von Abkühlung immer noch keine Rede. Trotzdem entschieden wir
uns dazu an der Promenade entlang zu laufen und das tolle Panorama, das sich
uns offenbarte, zu genießen. Und schon waren wir 2 Std. spazieren. Wir rundeten
den tollen Abend mit einer fantastischen Pizza
und unglaublich leckeren Spaghetti Carbonara beim Italiener um die Ecke
ab. Der nächste Tag stand im Zeichen der Entspannung. Nach einem ausgewogenen
Frühstück mit frischen Brötchen, verbrachten wir ein paar Stunden am Strand und
genossen den restlichen Nachmittag bei Eiskaffee und Keksen im Schatten unseres
Sonnendachs. Frischgeduscht machten wir uns auf die Suche nach einem
Geldautomaten und wie Gott will, fanden wir auf dem Weg dorthin 20€. Die wurden
dann auch gleich im Supermarkt für Mitbringsel, Bier, Alster und frischen Salat
auf den Kopf gehauen. Da wir an diesem Abend am Strand kochen und essen
wollten, wurde der Salat kurzer Hand in der Tüte gemixt (wir haben leider keine passende Schüssel dabei) und die
bereits mit Gaskocher & Co bestückte Tasche über die Schulter geworfen.
Erstens war unser Salat der Knaller, das Pilzrisotto alla Knorr super lecker
und der Ausblick einfach unbezahlbar. Zurück am Bulli holten wir das
Reisezielset raus und spielten wie jeden Abend eine Partie „Mensch ärgere dich
nicht“ und Halma. Der Tag war rundum perfekt.
Etwas wehmütig verließen wir am darauffolgenden Mittag unser
kleines Paradies schon wieder uns fragen uns mittlerweile warum wir so doof
waren. Aber wir wollen ja noch ein bisschen mehr sehen. Die meisten von Euch
wissen, dass wir beide passionierte Gucker der VOX-Serie „Goodbye Deutschland“
sind und so wissen wir, dass Didi und Hasi vor wenigen Jahren an den Gardasee
ausgewandert sind und hier eine kleine Imbissbude haben. Samstags sind sie auf
dem Wochenmarkt in Pacengo (Südostufer des Sees) zu finden und da uns unsere Route
dort sowieso vorbeiführte, ließen wir es uns nicht nehmen, auf eine von Hasi´s
berühmt berüchtigte Currywurst vorbeizuschauen. Parkplatz gefunden und immer
der Nase nach. Oder auch nicht, da Björn eine verdächtige Pfütze unter dem Auto
entdeckte. Er kroch unter den Bulli und ich hörte nur noch „NEIN“. Ich:„Was
denn?“ Björn:“Die Dieselleitung leckt…“ Na toll, sowas können wir ja gar nicht
gebrauchen. Aber Björn wusste genau was zutun ist und flickte die Leitung. Der
Wochenmarkt kam näher und näher und plötzlich sah ich ihn, den roten
Imbisswagen von Didi und Hasi. Ich muss schon sagen, ein bisschen aufgeregt war
ich ja schon. Zuerst schlenderten wir an ihnen vorbei, doch als wir merkten,
dass der Markt nicht sonderlich viel zu bieten hat, ging´s schnurstracks zurück
zu den beiden. Das Doofe war nur, dass es erst 12:30Uhr war und weder Björn
noch ich großen Appetit hatten. Wir bestellten eine Currywurst mit Brot, die
wir uns dann teilten und Hasi, blickig wie sie ist, reichte und 2 Pommesgabeln
dazu. Die beiden sind schon ein witziges Pärchen.
Mit abgedichteter Kraftstoffleitung und langanhaltendem
Currygeschmack im Mund führte uns das Navi zum Lago d´Iseo, in das kleine
Örtchen Sulzano. Natürlich musste kurz vor dem Stellplatz mal wieder alles
schief gehen was schief gehen konnte. Björn hielt an einer kleinen Kreuzung und
der Bulli ging aus. Hä? Was´n nu los? Mist. Schnell wieder an und gleich wieder
aus. Scheiße. An aus, an aus und wir beide kurz vor der Verzweiflung. Muss nun
doch noch der ADAC gerufen werden? Bitte nicht. Aus dem Stand einen Berg mit
gefühlten 20% Steigung zu erklimmen, dafür ist der kleine einfach nicht
gemacht. Der Stellplatz war zum Glück nur noch den Berg runter und dort angekommen,
konnten wir endlich wieder durchatmen. Dieses Ereignis hat uns jedoch den Rest
gegeben. Björn ist quasi ausgeflippt und hat gesagt, dass er „die Scheiße hier
satt“ hat und keinen Bock mehr auf Berge usw.. Wir haben uns also dazu
entschlossen unseren Italienaufenthalt abzubrechen und woanders unser Glück zu
suchen. Wir haben lange überlegt wie und wohin wir am besten fahren und uns
schlussendlich dazu entschieden, die Schweiz zu durchqueren und den Bodensee zu
unserem nächsten Ziel erkoren.
Die Schweizer sind ziemlich unverschämt. Es werden nur Jahresvignetten verkauft, auch wenn man an einem Tag die
Schweiz durchfahren will. Unglaublich. Wir sind also nur einmal durch´s Land
und haben dafür 55€ dagelassen (35€ Vignette + 20€ tanken). Nachdem wir den
17km langen St. Gotthard Tunnel hinter uns gelassen haben, wurde das Wetter
zusehends schlechter. Die Wolkendecke wurde dichter und dichter und der
Fahrtwind immer kühler. Na toll. Wir haben zwar die Berge hinter uns gelassen,
das gute Wetter aber auch. Unsere Laune war/ist so im Keller, dass wir sogar
überlegt haben nochmal zurückzufahren, wobei das aber auch Quatsch wäre. Wir
bleiben jetzt in Dtl. und hoffen, dass das Wetter sich hier auch nochmal von
seiner guten Seite zeigt. Die nächsten Tage verbringen wir in Süddeutschland
und dann geht´s immer weiter Richtung Heimat.






























2 Kommentare:
Servus,
aber der Transforter muss ja auch hart schuften bei euch, da kann man so eine Verschnaufpause als Wagen gebrauchen. Bisher hat er ja tapfer durchgehalten. Seid froh das der Bulli nur eine undichte Spritleitung als Mittel zum Stillstand wählte.....es könnte auch eine undichte....Kopfdicht...besser nicht aussprechen :-) Ich würde ja gern noch mal ein Foto von Fred und seinem Drahtesel sehen, oder habt ihr diesen als zu riskant eingestuft?
Dann wünsch ich noch viel Spaß und genießt die restliche Tour.
hallo toni, schön wie aufmerksam du unsere reise verfolgst. das freut uns! ;) das bild von fred und seinem drahtesel folgt im nächsten eintrag! ;)
lg vom bodensee, jani&björn
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