Der Bodensee-Rundweg führt genau durch Friedrichshafen,
direkt an unserem Stellplatz vorbei, und verläuft vorwiegend eben und parallel
zum See. Perfekt also für eine kleine Radtour ins ca. 25km entfernte Lindau.
Nachdem wir die deutsche Grenze wieder überquerten, zeigte sich das Wetter ja
nicht von seiner besten Seite. Der Wettergott hat unsere Gebete aber erhört und
so verwöhnte uns die Sonne schon zum
Frühstück und glücklicherweise auch den Rest des Tages. Bevor wir uns auf die
Räder schwangen, erkundeten wir bei einem ca. einstündigen Spaziergang, die
Innenstadt von Friedrichshafen. Die Radtour konnte nun also losgehen. Wir haben
das Ortsausgangsschild kaum hinter uns gelassen, da entdeckte Björn einen
Autoteilehändler, bei dem wir direkt ein Stückchen neue Kraftstoffleistung
kauften (die geflickte Leitung begann nämlich wieder zu lecken). Nach einer
kurzen Pause erreichten wir nach ca. 1,5 Std. das schöne bayerische Städtchen
Lindau. Wie meine Heimatstadt Mirow, besitzt auch Lindau eine Insel, auf der
wir uns die Zeit vertrieben. Unsere Radlermägen haben geknurrt und so suchten
wir erst einmal etwas zu essen. Frisch gestärkt schlenderten wir an der
Promenade entlang, schleckten ein Eis und genossen ein frisches Alster in einem
echten bayerischen Biergarten. Da wir noch ein paar Kleinigkeiten für die
nächsten Tage einkaufen mussten, machten wir uns langsam auf den Rückweg.
Wieder auf den Satteln spürten wir bereits, dass gepolsterte Radlerhosen oder
Fellbezüge (siehe Foto) für so eine Tour vielleicht gar nicht so schlecht
gewesen wären, denn unsere zarten Hinterteile machten sich langsam aber sicher
bemerkbar. Nach insgesamt ca. 55 geradelten Kilometern, sprang Björn nochmal
ins kühle Nass des Bodensees und der restliche Abend wurde genossen.
Das schöne Wetter war nun aber hin und wir machten uns bei
Regen auf den Weg nach Heidelberg. Auf halber Strecke und immer schlechter
werdendem Wetter, entschlossen wir uns dazu, Heidelberg auch auf nächstes Jahr
zu verschieden. Bei Regen die Stadt erkunden ist ja auch nicht das Gelbe vom
Ei. In dieser Nacht schliefen wir auf einem Parkplatz in der Nähe von Würzburg,
um am nächsten Tag weiter in die dOCUMENTA-Stadt Kassel zu fahren.
Kurz vor Kassel kämpfte sich die Sonne erfolgreich durch die
Wolkendecke und wir schlenderten etwas durch die Innenstadt. Auch hier brauchten
wir uns nicht die Mühe zu machen, einen Stellplatz zu suchen, sondern schliefen
im Gästezimmer bei meinem Onkel und meiner Tante, die ganz in der Nähe wohnen.
Eine große Familie ist schon was Feines. Meine Tante begrüßte uns mit Kaffee
und Kuchen und am Abend durften wir uns wieder über eine Einladung zum Essen
freuen. Die letzten Tage konnten wir uns wirklich nicht beklagen. ;) Über den
Dächern Kassels schmeckte es besonders gut, nur das Wetter machte mal wieder
nicht das was es sollte. Die Teller waren noch nicht ganz leer, da fing es an
zu regnen. Und wo saßen wir? Natürlich draußen! Glücklicherweise unter einem
großen Sonnenschirm, der auch ganz gut als Regenschirm funktionierte, aber bei
den Temperaturen trotzdem nicht besonders angenehm. Wir zahlten und weiter
ging´s in die neue Wohnung meiner Cousine. Dort köpften wir noch eine Flasche
Prosecco und genossen den restlichen Abend.
Am nächsten
Tag zauberte meine Tante uns ein fantastisches Frühstück und da von Regen keine
Spur mehr war, konnten wir wie geplant unserem neuen Hobby nachgehen und fuhren
zum nahegelegenen Edersee, um die Umgebung mit dem Rad zu erkunden. Wir
befolgten den Rat meines Onkels und stellten den Bulli in Affoldern ab. Von
dort aus fuhren wir bis zur Edertalsperre und dann oberhalb des Sees bis zur
Sommerrodelbahn (ca. 15km). Den Spaß konnten wir uns natürlich nicht entgehen
lassen. Kaum waren die Räder angeschlossen, wurden die Fahrkarten gekauft und
das Rodeln konnte losgehen. Leider reichte der große Abstand zu den Mädels vor
uns nicht aus und wir wurden schon nach wenigen Metern ausgebremst und fuhren
den Rest der Bahn im Schneckentempo. ;( Das war schon doof und so machten wir
uns bald wieder auf den Rückweg. Bevor wir wieder zu meinem Onkel und meiner
Tante fuhren, genossen wir aber noch einen heißen Latte Macchiato und den
Hotspot von MC Donalds. Gemeinsam mit meinem Onkel bestiegen wir am selben
Nachmittag noch den „Hahn“ (Berg im Nachbarort), der durch den beschrankten
Sportplatz zugänglich ist. Und wie sollte es anders sein? Als wir wieder
losfahren wollten war die Schranke natürlich verschlossen und wir somit
eingesperrt. Glücklicherweise war es keine elektrische Schranke, sonst wären
wir da wohl nicht so einfach wieder rausgekommen. Harald schnappte sich
seinen Werkzeugkoffer und demontierte
dieses blöde Ding einfach. Nachdem wir uns befreiten setzten die beiden Männer
die Schranke wieder so gut wie möglich zusammen und weg waren wir. Hoffentlich
hat uns keiner gesehen und das Nummernschild notiert. ;) Anschließend machten
wir einen kleinen Spaziergang zu den Feldern, die hinter der Wohnsiedlung in
der mein Onkel wohnt liegen, um dort unter anderem den Segelflugzeugen beim
Starten zuzusehen. Wir hatten großes Glück und durften außerdem einen alten
hölzernen Doppeldecker bewundern. Wieder zuhause wurde der Grill angeschmissen
und echte Thüringer Rostbratwürste kamen auf den Rost. Das war lecker. Wir
warteten auf meine Tante, die leider den ganzen
Tag arbeiten musste, um nach dem Essen zum Herkules (Info) zu starten.
Der 01.09.12 war der letzte Tag in diesem Jahr, an dem die Wasserspiele bei
Nacht stattfanden und aus diesem Grund war es wohl auch so unglaublich voll.
Wir kämpften uns die 500 Stufen bis nach unten, um die beleuchteten Wasserfälle
etc. besser und aus nächster Nähe bewundern zu können. Uns graute es aber schon davor, die 500 Stufen
wieder hochzulaufen. Es war anstrengend
und schweißtreibend aber wir haben es alle 4 wieder nach oben geschafft. Zuhause schmissen wir uns auf die Couch,
stillten unseren Durst mit Alster/Bier und guckten Boxen. Die Zeit bei Harald
und Anke war wirklich sehr schön.
Heute machten wir uns auf den Weg in den Harz, um selbigen
vom Brocken aus zu besichtigen. Da es schon nach 14 Uhr war, entschieden wir
uns eine Tour mit der Brockenbahn zu fahren und die andere zu laufen. Diese
Idee wurde allerdings über den Haufen geworfen nachdem wir jeder für eine ca.
30minütige Bahnfahrt 21€ zahlen sollten. Mit einer Besteigung brauchten wir
jetzt aber auch nicht mehr anfangen. Wir kehrten dem Brocken den Rücken und
suchten unseren Stellplatz in Wernigerode. Auch hier radelten wir heute wieder
etwas umher und haben uns mal wieder die Zeit für einen der letzten Berichte genommen.
Bevor unsere diesjährige Tour morgen endet, statten wir der
Autostadt Wolfsburg noch einen Besuch ab. Mal sehen was uns da so Feines
erwartet.
2 Kommentare:
Hey, ich finds gut wie optimistisch Björn mit seinem Fahrrad war. Mit so einem Vorderrad auf Tour zu gehen wo man dieses regelmäßig nutzen will...Hut ab.
Grüße Toni
das vorderrad war noch das bessere von beiden! ;)
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