Montag, 3. September 2012

28.08.-02.09.12 Radln, des a mords gaudi!


Der Bodensee-Rundweg führt genau durch Friedrichshafen, direkt an unserem Stellplatz vorbei, und verläuft vorwiegend eben und parallel zum See. Perfekt also für eine kleine Radtour ins ca. 25km entfernte Lindau. Nachdem wir die deutsche Grenze wieder überquerten, zeigte sich das Wetter ja nicht von seiner besten Seite. Der Wettergott hat unsere Gebete aber erhört und so verwöhnte  uns die Sonne schon zum Frühstück und glücklicherweise auch den Rest des Tages. Bevor wir uns auf die Räder schwangen, erkundeten wir bei einem ca. einstündigen Spaziergang, die Innenstadt von Friedrichshafen. Die Radtour konnte nun also losgehen. Wir haben das Ortsausgangsschild kaum hinter uns gelassen, da entdeckte Björn einen Autoteilehändler, bei dem wir direkt ein Stückchen neue Kraftstoffleistung kauften (die geflickte Leitung begann nämlich wieder zu lecken). Nach einer kurzen Pause erreichten wir nach ca. 1,5 Std. das schöne bayerische Städtchen Lindau. Wie meine Heimatstadt Mirow, besitzt auch Lindau eine Insel, auf der wir uns die Zeit vertrieben. Unsere Radlermägen haben geknurrt und so suchten wir erst einmal etwas zu essen. Frisch gestärkt schlenderten wir an der Promenade entlang, schleckten ein Eis und genossen ein frisches Alster in einem echten bayerischen Biergarten. Da wir noch ein paar Kleinigkeiten für die nächsten Tage einkaufen mussten, machten wir uns langsam auf den Rückweg. Wieder auf den Satteln spürten wir bereits, dass gepolsterte Radlerhosen oder Fellbezüge (siehe Foto) für so eine Tour vielleicht gar nicht so schlecht gewesen wären, denn unsere zarten Hinterteile machten sich langsam aber sicher bemerkbar. Nach insgesamt ca. 55 geradelten Kilometern, sprang Björn nochmal ins kühle Nass des Bodensees und der restliche Abend wurde genossen.


 
 
 
 

Der eigentlich Plan weiter in den Schwarzwald zu fahren wurde kurzer Hand gecancelt. Warum? Da die Verwandtschaftsverhältnisse der  Familie Bednarz nicht nur über die deutsche Staatsgrenze hinaus, sondern auch bis zum Bodensee reichen, verlängerte sich dieser kurze Zwischenstoppbei der Familie um einen Tag. Da ich die Großcousine meines Vaters  und deren Familie schon viele Jahre nicht mehr gesehen haben, hatten wir uns natürlich jede Menge zu erzählen. Bei  schönstem Sonnenschein verbachten wir einen sehr informativen Nachmittag mit unserer persönlichen Fremdenführerin in Überlingen (Info) und am Abend wurden wir Glücklichen sogar noch zum Essen in einem XXL Restaurant eingeladen. Am nächsten Tag wurde ausgiebig gefrühstückt und da die beiden Söhne Segellehrer auf dem Bodensee sind, konnte wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, über das größte internationale Gewässer zu segeln. Wir starteten bei Sonnenschein und da bei Björn und mir ja meistens immer etwas passieren muss, endete der Törn mit Platzregen und nassen Klamotten. Aber lustig war´s. Wir hatten alle unseren Spaß dabei. Bei Sylvia kamen die Sachen dann in den Trockner und alles war wieder gut. An dieser Stelle nochmal vielen Dank an Sylvia und Ihre Familie, die uns so nett aufgenommen haben.

 
 
 

 Das schöne Wetter war nun aber hin und wir machten uns bei Regen auf den Weg nach Heidelberg. Auf halber Strecke und immer schlechter werdendem Wetter, entschlossen wir uns dazu, Heidelberg auch auf nächstes Jahr zu verschieden. Bei Regen die Stadt erkunden ist ja auch nicht das Gelbe vom Ei. In dieser Nacht schliefen wir auf einem Parkplatz in der Nähe von Würzburg, um am nächsten Tag weiter in die dOCUMENTA-Stadt Kassel zu fahren.

Kurz vor Kassel kämpfte sich die Sonne erfolgreich durch die Wolkendecke und wir schlenderten etwas durch die Innenstadt. Auch hier brauchten wir uns nicht die Mühe zu machen, einen Stellplatz zu suchen, sondern schliefen im Gästezimmer bei meinem Onkel und meiner Tante, die ganz in der Nähe wohnen. Eine große Familie ist schon was Feines. Meine Tante begrüßte uns mit Kaffee und Kuchen und am Abend durften wir uns wieder über eine Einladung zum Essen freuen. Die letzten Tage konnten wir uns wirklich nicht beklagen. ;) Über den Dächern Kassels schmeckte es besonders gut, nur das Wetter machte mal wieder nicht das was es sollte. Die Teller waren noch nicht ganz leer, da fing es an zu regnen. Und wo saßen wir? Natürlich draußen! Glücklicherweise unter einem großen Sonnenschirm, der auch ganz gut als Regenschirm funktionierte, aber bei den Temperaturen trotzdem nicht besonders angenehm. Wir zahlten und weiter ging´s in die neue Wohnung meiner Cousine. Dort köpften wir noch eine Flasche Prosecco und genossen den restlichen Abend. 
Am nächsten Tag zauberte meine Tante uns ein fantastisches Frühstück und da von Regen keine Spur mehr war, konnten wir wie geplant unserem neuen Hobby nachgehen und fuhren zum nahegelegenen Edersee, um die Umgebung mit dem Rad zu erkunden. Wir befolgten den Rat meines Onkels und stellten den Bulli in Affoldern ab. Von dort aus fuhren wir bis zur Edertalsperre und dann oberhalb des Sees bis zur Sommerrodelbahn (ca. 15km). Den Spaß konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Kaum waren die Räder angeschlossen, wurden die Fahrkarten gekauft und das Rodeln konnte losgehen. Leider reichte der große Abstand zu den Mädels vor uns nicht aus und wir wurden schon nach wenigen Metern ausgebremst und fuhren den Rest der Bahn im Schneckentempo. ;( Das war schon doof und so machten wir uns bald wieder auf den Rückweg. Bevor wir wieder zu meinem Onkel und meiner Tante fuhren, genossen wir aber noch einen heißen Latte Macchiato und den Hotspot von MC Donalds. Gemeinsam mit meinem Onkel bestiegen wir am selben Nachmittag noch den „Hahn“ (Berg im Nachbarort), der durch den beschrankten Sportplatz zugänglich ist. Und wie sollte es anders sein? Als wir wieder losfahren wollten war die Schranke natürlich verschlossen und wir somit eingesperrt. Glücklicherweise war es keine elektrische Schranke, sonst wären wir da wohl nicht so einfach wieder rausgekommen. Harald schnappte sich seinen  Werkzeugkoffer und demontierte dieses blöde Ding einfach. Nachdem wir uns befreiten setzten die beiden Männer die Schranke wieder so gut wie möglich zusammen und weg waren wir. Hoffentlich hat uns keiner gesehen und das Nummernschild notiert. ;) Anschließend machten wir einen kleinen Spaziergang zu den Feldern, die hinter der Wohnsiedlung in der mein Onkel wohnt liegen, um dort unter anderem den Segelflugzeugen beim Starten zuzusehen. Wir hatten großes Glück und durften außerdem einen alten hölzernen Doppeldecker bewundern. Wieder zuhause wurde der Grill angeschmissen und echte Thüringer Rostbratwürste kamen auf den Rost. Das war lecker. Wir warteten auf meine Tante, die leider den ganzen  Tag arbeiten musste, um nach dem Essen zum Herkules (Info) zu starten. Der 01.09.12 war der letzte Tag in diesem Jahr, an dem die Wasserspiele bei Nacht stattfanden und aus diesem Grund war es wohl auch so unglaublich voll. Wir kämpften uns die 500 Stufen bis nach unten, um die beleuchteten Wasserfälle etc. besser und aus nächster Nähe bewundern zu können.  Uns graute es aber schon davor, die 500 Stufen wieder hochzulaufen.  Es war anstrengend und schweißtreibend aber wir haben es alle 4 wieder nach oben geschafft.  Zuhause schmissen wir uns auf die Couch, stillten unseren Durst mit Alster/Bier und guckten Boxen. Die Zeit bei Harald und Anke war wirklich sehr schön.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Heute machten wir uns auf den Weg in den Harz, um selbigen vom Brocken aus zu besichtigen. Da es schon nach 14 Uhr war, entschieden wir uns eine Tour mit der Brockenbahn zu fahren und die andere zu laufen. Diese Idee wurde allerdings über den Haufen geworfen nachdem wir jeder für eine ca. 30minütige Bahnfahrt 21€ zahlen sollten. Mit einer Besteigung brauchten wir jetzt aber auch nicht mehr anfangen. Wir kehrten dem Brocken den Rücken und suchten unseren Stellplatz in Wernigerode. Auch hier radelten wir heute wieder etwas umher und haben uns mal wieder die Zeit für einen der letzten Berichte genommen.

Bevor unsere diesjährige Tour morgen endet, statten wir der Autostadt Wolfsburg noch einen Besuch ab. Mal sehen was uns da so Feines erwartet.

2 Kommentare:

Toni hat gesagt…

Hey, ich finds gut wie optimistisch Björn mit seinem Fahrrad war. Mit so einem Vorderrad auf Tour zu gehen wo man dieses regelmäßig nutzen will...Hut ab.

Grüße Toni

Jani hat gesagt…

das vorderrad war noch das bessere von beiden! ;)